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Chronika
der "Oepfelchammer" am Rindermarkt in Zürich
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1357
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lässt sich der erste Hausbesitzer, Meister Johann Hentscher, ein Konstaffel-Herr, feststellen. Er war von 1344 - 1349 Rat
der Konstaffel. Die "Oepfelchammer" war damals noch ein Patrizierhaus.
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1366
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zog das Ratsgeschlecht Blum ein.
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1370
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bis 1409 wohnten hier die Ratsfamilien Studler.
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1410
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bis 1476 lebten die Ratsherren Widmer in diesem Haus. Aus dem 16. Jahrhundert ist bis heute nur Grossrat Konrad Wust bekannt.
Seit Beginn des 17. Jahrhunderts wurde in diesem Hause eine Bäckerei betrieben, denn
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1625
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wurde die Liegenschaft an einer Gant "samt Haus, Hofstatt und Pfisterei" um den Preis von 2'400.-- Pfund von dem Pfister
Heinrich Gimper
ersteigert. Von dieser Zeit an blieb die Bäckerei bis in die 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts in diesem Haus bestehen. Nach Gimper
betrieben von
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1682
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bis 1769 die Bäckerfamilien Pfenninger ihr Gewerbe.
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1780
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kam Pfister Ulrich.
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1790
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Pfister Rudolf Keller-Simler.
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1801
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erwarb der Bäcker Hans Kaspar Denzler als Erster das Pintenrecht auf der Liegenschaft und betrieb neben seinem Gewerbe die
Wein-Wirtschaft selbst. Die Entstehungszeit der Wirtschaft (französische Revolutionszeit) und die Person des Eigentümers lassen
vermuten, dass die "Oepfelchammer" damals und auch in den folgenden Dezennien die Hochburg der revolutionären
"Patrioten" war.
In diesem Geiste soll auch der im Haus zum Goldenen Winkel (Neumarkt 27) wohnende Hans Rudolf Keller, der Vater von Gottfried Keller,
hier verkehrt haben.
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1835
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verkaufte Hans Kasper Denzler das Haus an den Bäcker Johann Jakub Knupp, welcher
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1837
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die Wirtschaft an Rudolf Wüst vermietete und selbst nur noch die Bäckerei betrieb. Wüst blieb während 22 Jahren
daselbst Gastwirt.
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1859
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übernahm ein Bruder von Frau Barbara Knupp-Körner, Johann Kaspar Körner, die Wirtschaft und betrieb diese bis zu seinem
Tode 1892. Von Klein-Hüningen kommend, brachte er einen "Marktgräfler" mit, der sich sehr gut einführte und die
"Oepfelchammer"
weit über die Stadtgrenzen hinaus berühmt machte. Körner war überhaupt ein gescheiter Mann und verfügte als Pfarrerssohn
über eine entsprechende Bildung. Ein besonderer Geist zog nun ins Haus und mit ihm die akademische Jugend. Körner liebte es
insbesondere, über die verschiedenen Themata der Reformationsgeschichte zu debattieren und fand bei den Studenten einen interessierten
Zuhörerkreis. Nebst einem alten Trupp Handwerker kamen nun auch noch Staatsanwalt Koller, Major Ott und andere stadtbekannte
Persönlichkeiten in die "Oepfelchammer", und in selten schönem Sinn vereinigte sich hier Jung und Alt. Ob Gottfried Keller
"Stammgast" in der "Oepfelchammer" war, darüber mögen sich die Biographen streiten. Dass er aber hier verkehrte,
beweist eine Stelle im "Lebensgang" des grossen Berner Maler und Radierer Karl Stauffer:
"Einmal in der "Oepfelchammer", wo wir miteinander zu einem Dutzend hockten, geriet es mir so mit
allerhand Schnurren, dass sie (Keller und sein Freund Böcklin) mir richtig zuhörten und mich ein paarmal über ihren dicken
Augensäcken lustig anlächelten. Es waren an dem Abend noch zwei andere Kerle da, ein buckliger Thurgauer, der seine Frechheiten
schläfrig auf den verwaschenen Holztisch rollen liess, und ein St.Galler, der sie mit spitzen Nadeln zu einer Käfersammlung
aufspiesste. Wir triebens den beiden Alten so, dass sie mit vollen Rotweinbäuchen lachten, wie wenn Fässer übers
Pflaster rollten. Als wir nach Mitternacht aus dem Weinsarg wieder an die Luft krochen und auf die Gasse kamen, musste der schwere
Böcklin, obwohl er selber schon auf sehr breiten Füssen ging, den kleinen Gottfried wie ein altes Frauchen leiten, das,
seinen Gesangbuchvers brummelnd, mühselig den Kirchsteig hinunter wackelt."
Nach Kellers Tod waren es hauptsächlich die Professoren Stiefel und Ulrich, die die geschaffene Atmosphäre in der "Oepfelchammer"
wach hielten und zur eigentlichen Tradition festigten.
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1892
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nach dem Tode Körners übernahm dessen Witwe die Wirtschaft bis 1893.
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1894
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bis 1900 behütete die Witwe Oehninger die Gaststätte. Sie wurde zur eigentlichen Studenten-Mutter und leuchtet
wohl noch heute in mancher A. H. Brust als Erinnerung an die damaligen Glanzzeiten. Zu den Professoren und Studenten, Handwerkern und
idealgesinnten Bürgern gesellten sich nun auch die Künstler als Gäste der "Oepfelchammer", und wenn's auch machmal hitzig
zuging (keine Polizeistunde blies zum frühzeitigen Aufbruch), die Mutter Oehninger wusste immer zu schlichten. In diese Periode fiel
auch die Zeit, da Professor Stiefel den jungen Semestern nicht nur über deutsche Literatur dozierte, sondern der Erkenntnis des guten
und des schlechten Weines ganz besondere Kollegien hielt. Er wusste in der Oenologie genau Bescheid, kannte speziell aus dem
Zürcher Weinbaugebiet die guten und geringen Jahrgänge auf Dezennien zurück, erinnerte sich der klimatischen Verhältnisse,
die einen Jahrgang beeinflussten und erkannte besonders während der Sauserzeit auf die Stunde genau des "beste Stadium" von jedem
Fässli.
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1901
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bis 1904 folgte die Tante Meier, eine Freundin von Frau Oehninger. Auch sie wusste den alten Charme der "Oepfelchammer"
beizubehalten.
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1906
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bis 1927 amtete Frau Gertrud Bütler als Tante Trudy. Sie war es, die dem alten Raum die heutige altdeutsche Weinstube
einbaute. Mit ihr hielt auch die Musica Einzug, und an gewissen Abenden der Woche war der reinste Sängerkrieg, wo weinfrohe
Lautensänger ihre lustigen Lieder erschallen liessen und die alte Weinstube zum Brechen voll war von Freunden einer frohen Geselligkeit.
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1927
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übernahm Frau Bützer von Bern den Betrieb. Auch unter der unterhaltsamen Tante Bella, die selber den Gesang zur Laute pflegte,
wurde fleissig gesungen, und es musste sogar ein zweites Instrument angeschafft werden, damit in beiden Stuben gleichzeitig Frau Musica
geopfert werden konnte.
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1933
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zog Franz Wullimann in das Haus ein. Er war bekannt als trefflicher Küchenchef und verstand sich auf die guten Weinlein, so
dass der Gast an Küche und Keller die höchsten Anforderungen stellen konnte.
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1950
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Am 20. Oktober 1950 erwarb die Familie H. Baur-Keller das Haus zur "Oepfelchammer" und wirtete daselbst vom 1. Juni 1951
bis 31. März 1959.
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1959
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Ab dem 1. April 1959 betreute Carlo Weber-Meier die "Oepfelchammer" als Wirt. Nach ihm haben diverse Wirte/Geranten die
"Oepfelchammer" geführt.
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1995
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Am 1. April 1995 übernahm die Tochter von H. Baur-Keller, Frau Rosmarie Himstedt-Baur, die "Oepfelchammer" wieder
selbst und führt diese bis zum heutigen Zeitpunkt. Das Haus ist seit über 50 Jahren in Familienbesitz und die dritte Generation
hat bereits die Geschäftsleitung übernommen.
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